Geschichte der Cajón

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    Perú Negro

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    Caitro Soto

  • Pitit

    Pititi

  • Cotito

    Cotito

DIE ANFÄNGE

  • Die Cajon gilt als Symbol für die schwarze peruanische Gemeinschaft. Wie viele andere peruanische Percussion, entstand sie als Ersatz für afrikanische Instrumente, welche den Sklaven von den Herren der neuen Welt verboten wurden.

    Der Name ist Programm: Eine große Kiste. Es wird erzählt, dass die Boxen der Obstpflücker die ersten Cajons waren. Auch in Kuba, wo sie in der kubanischen Rumba gespielt wird, sollen der Legende nach Fischkisten die ersten Cajons gewesen sein.

    Über die Jahre wurde das Instrument verbessert, bis es seine heutige Form und Konstruktionskriterien bekam. In der Regel besteht die Cajon aus einem hölzernen Rechteck, etwa 20 Zoll hoch und 12 Zoll tief bzw. breit. Die Tapa (Spielfläche) ist viel dünner als die anderen Seiten, wobei die Rückseite in Loch für den Schall besitzt.

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    Erste grafische Darstellung des peruanischen Cajon, datiert 1841


  • Unterschiedliche Modelle werden vor allem durch ihr Snare System unterschieden. In der Flamenco Version wird der Ton in der Regel durch metallische Gegenstände an der Innenseite der Schlagfläche angereichert. Dazu werden Gitarren Saiten, Snaredrum Teppiche, Rasseln und ähnliche Dinge benutzt.

    In der traditionellen peruanischen oder cubanischen Version wird auf diese Snare Systeme verzichtet. Der Sound erinnert an eine natürliche Felltrommel. Bei den modernen Cajons eher an eine Snaredrum.

ENTWICKLUNG

  • Beispiele für diesen ursprünglichen Sound hört man zum Beispiel auf den Songs von Susana Baca, sowie auf praktisch jedem Album afro-peruanischer Künstler.

    Sehr zu empfehlen ist der von David Byrne produzierte Sampler „The Soul Of Black Peru“. Darauf zu hören sind einige der bekanntesten Percussionisten, wie Julio „Chocolate“ Algendones, Juan „Cotito“ Medrano, Eusebio „Pititi“ Sirio oder Caitro Soto.

    Letztgenannter ist vor allem für eine Anekdote bekannt, welche die Cajon in Spanien sehr beliebt gemacht hat. Man sagt, er wäre es gewesen, der die Cajon während einer Südamerika Tour in den späten Siebzigern zum ersten mal Paco de Lucía präsentierte.

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    Paco de Lucía mit Carlos „Caitro“ Soto

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    Paco de Lucía, Rubem Dantas, Manolo Soler

    Paco kaufte darauf zwei Instrumente und gab sie seinem brasilianischen Percussionisten Rubem Dantas, sowie dem sevillanischen Tänzer Manuel Soler.
    Es war ein sofortiger Erfolg: Die Cajon wurde schnell von der Flamenco Szene angenommen und gelangte durch Leute, wie u.a. Antonio Carmona, Ramón Porrina, Luki Losada, Piraña oder Paquito González zu großer Berühmtheit.


  • Die kubanische Cajon hat ihre eigene Geschichte, welche eng mit der des Musikers und Handwerkers Pancho Quinto verknüpft ist. Er begann bereits in den 50er Jahren mit dem Cajonbau und war maßgeblich für die heutigen Bauweisen verantwortlich: In der Regel gibt es zwei verschiedene Formen. Die eine ist rechteckig, aber deutlich breiter als die Flamenco- oder peruanische Cajon, die andere hat eine Art geschnittene Pyramidenform.

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    Pancho Quinto mit Yoruba Andabo

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    Miguel „Angá“ Díaz

    In der Regel werden sie zusammen gespielt. Eine rechteckige mit zwei Pyramiden oder alternativ mit zwei Congas.

    Musikalische Urväter des Guarapachangueo (Stil der Rumba) sind Irian Lopez und Los Chinitos. Auch Meister Percussionist und Legende Miguel „Anga“ Diaz, setzte die Cajon häufig ein, vor allem in der Band von Pianist Omar Sosa.

EINSATZMÖGLICHKEITEN

  • Die Cajon wird gespielt, indem man sich auf sie drauf setzt und auf die Vorderseite schlägt. Am oberen Ende der Spielfläche ist der Sound scharf und hoch, während es in der Mitte einen kräftigen Basston gibt.

    Diese verschiedenen Klänge bieten bei einem durchdachten dynamischen Spiel, extrem vielseitige Möglichkeiten, um das Instrument in nahezu jeder Musikrichtung einzusetzen.

    Abgesehen von seiner ursprünglichen Herkunft, kann die Cajon in jedem akustischen Setting verwendet werden. Durch eine entsprechende Verstärkung kann sie auch in elektronischer Musik, wie z.B. Drum’n’Bass eingesetzt werden.
    Die Ähnlichkeit mit einem Schlagzeug ist verblüffend, wobei sie auf Grund von Größe und Gewicht viel leichter zu transportieren ist.

  • Die Cajon kann von Conga oder Darbouka Spielern genau so gut eingesetzt werden, wie von Schlagzeugern oder Multipercussionisten, die sich damit den Hocker sparen können.
    In den letzten Jahren ist die Cajon immer populärer geworden, wird in vielen nicht- traditionellen Kontexten benutzt und ist auf dem besten Weg, eines der bekanntesten Percussion Instrumente überhaupt zu werden.

  • Rubem Dantas

    Rubem Dantas

  • Manuel Soler

    Manuel Soler

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    Ramón Porrina

  • Pancho Quinto y Angá

    Pancho Quinto

  • Miguel

    Angá